Institut equalita e.V.


CULPEER für Integration

Das Institut equalita hat im Dezember 2016 ein Projekt im EU-Programm Erasmus+ gestartet unter Dem Titel „CULPEER für die Integration - Kulturelle und Peer-Learning-Ansätze für die erfolgreiche Integration von benachteiligten Jugendlichen und Flüchtlingen auf schulischer Ebene".

Sowohl kulturelle Ausdruckformen, als auch Peer-Learning werden als pädagogische Methoden immer wichtiger. Ziel des Projektes ist es, kulturelle Ausdrucksformen und Peer-Learning in Schulen einzusetzen, um zu einer erfolgreichen Integration von benachteiligten Jugendlichen und jungen Flüchtlingen beizutragen

Lernen mit Jugendkulturgruppen aus dem Globalen Süden

Das Projekt legt den Schwerpunkt auf den Austausch mit Jugendkulturgruppen aus Ländern Af-rikas, Asiens und Lateinamerikas. Die Mitglieder dieser Gruppen leben oft unter schwierigen Bedingungen. In ihren künstlerischen Arbeiten – Theaterstücken, Tanz- und Musikproduktionen – zeigen sie, welches Potential kulturellen Aktivitäten für die Entwicklung und Verbesserung der eigenen Perspektiven und für die soziale Integration zukommt. Dieser Aspekt wird in den Workshops mit europäischen Schüler/innen vertieft.

Zur Unterstützung dieser Methoden entwickelt das Projekt das umfassende Lernangebot CUL-PEER mit verschiedenen Tools für die Anwendung und Umsetzung von Kultur- und Peer-Learning-Ansätzen in der schulischen Bildung. Dazu gehören die Entwicklung von Leitlinien, ein E-Learning-Kurs mit sieben Modulen zu praktischen Aspekten der Implementierung und ein Online-Portal mit vielfältigen Open Educational Ressources (OER), einschließlich interaktiver Elemente wie Audiobeiträgen, Video- und Internetfilmen, Web-Links, Chats, Bewertungskrite-rien, Arbeitsgruppen, Wikis, Apps mit speziellen Lernwerkzeugen etc.

Peer-Learning

Peer-Learning ist ein zentrales Element des Projekts. Junge Leute aus Europa besuchen die Vor-stellungen der Jugendkulturgruppen aus Ländern des Globalen Südens und nehmen an Work-shops teil, in denen gemeinsame künstlerische und kulturelle Präsentationen entwickelt werden. Die jungen KünstlerInnen aus dem Globalen Süden sind in den Familien der SchülerInnen zu Gast, was einen intensiven Austausch, auch auf informeller Ebene, ermöglicht. Die lokalen Part-nerInnen, insbesondere die LehrerInnen, unterstützen das Projekt, weil sie das Potenzial des Pro-jekts für die Veränderung von Einstellungen und die Integration benachteiligter Jugendlicher und jungen Flüchtlingen erkennen und nutzen wollen.

Integration benachteiligter Jugendlicher

Kulturelle und Peer-Learning-Ansätze können besonders Lehrer/innen von sozial benachteiligten Schüler/innen mit Integrations-und Lernschwierigkeiten unterstützen. Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedarfen, z. B. junge Flüchtlinge, Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder mit Entwicklungsstörungen, Lernschwierigkeiten oder sozialen Probleme, lernen neben den her-kömmlichen Lernmethoden und dem Konkurrenzkampf im Klassenzimmer intensive und neue Formen des Miteinanders kennen. Der Austausch und die gemeinsamen kreativen Prozesse mit benachteiligten Jugendlichen aus Ländern des Globalen Südens ermöglichen es Lehrer/innen, Kindern und Jugendlichen hier neue Perspektiven für ihre eigene Situation aufzuzeigen und sie für eigene Aktivitäten und Problemlösungsstrategien zu motivieren. Das Potenzial von Kultur- und Peer-Learning-Ansätzen zur Aneignung von Schlüsselkompetenzen ist mittlerweile eine anerkannte Methode, zur Entwicklung und Stärkung von Sozialverhalten und Interaktion, inter-kultureller Kompetenz, Spracherwerb, nonverbaler Kommunikation, sozialen und zivilgesell-schaftlichen Kompetenzen, kulturellem Bewusstsein und kulturellen Ausdrucksformen.

Integration von jungen Flüchtlingen

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Europa muss sich der Herausforderung stellen, viele Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren. Die beteiligten Länder sind von Flüchtlingsfragen besonders betroffen. Kulturelle und Peer-Learning-Ansätze bieten LehrerInnen und PädagogInnen vielfältige Ansätze, zur Integration von jugendlichen Flüchtlingen beizutragen. So ermöglicht es die Peer-Learning-Methode jungen Flüchtling, Fähigkeiten zur Kooperation mit anderen Kindern und Jugendlichen zu entwickeln oder zu verbessern. Das gemeinsame Lernen und die Arbeit mit Jugendlichen aus Ländern des Globalen Süden, die auch unter schwierigen sozialen Bedingungen leben, hat inno-vativen Charakter und trägt zur Verbesserung von Sozialverhalten und interaktiver, interkulturel-ler, sozialer und zivilgesellschaftlichen Kompetenz bei. So erfährt auch die soziale Integration benachteiligter Kinder und Jugendlicher aktive Unterstützung.

Zielgruppen und Partner

Zielgruppen sind LehrerInnen, SchulleiterInnen, die Schülerinnen und Schüler der beteiligten Schulen und ihre Eltern, junge Flüchtlinge; PädagogenInnen, MitarbeiterInnen und Jugendliche von Jugendzentren; BesucherInnen der Aufführungen, JournalistInnen. Die Partnerschaft besteht aus Schulen und Bildungseinrichtungen in Bulgarien, Griechenland, Italien, Slowenien und Deutschland, darunter 3 Schulen, ein regionaler Schulverbund mit 117 Schulen und 6 NGOs, die kulturelle und soziale Aktivitäten in Schulen anbieten.

Wesentliche Ergebnisse

• Leitlinien für den CULPEER-Ansatz in Schulen (O1)
• ein englischer Pilot-E-Learning-Kurs CULPEER mit 7 Trainingsmodulen (O2);
• fünf Länderversionen des E-Learning-Kurses CULPEER (O3);
• das Online-Portal CULPEER mit vielfältigen OERs in allen Partnersprachen (O4);
• Video-Dokumentationen und Tutorials zum CULPEER-Ansatz (O5).
• Nationale Workshops in allen Partnerländern (E1-E6);
• Länderübergreifende Lernaktivitäten für PädagogInnen (C1) und ein Schüleraustausch (C2)

• Das internationale Netzwerk CULPEER

Mit diesen Aktivitäten und Ergebnissen zielt das Projekt darauf, das CULPEER-Konzept und die OER an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen einzuführen und aktiv zur Verbesserung der Integration sozial benachteiligter Jugendlicher und junger Flüchtlinge beizutragen.