Institut equalita e.V.


KinderKulturKarawane in Kölner Jugendarbeit

Integration von Jugendlichen und Kindern mit Migrationshintergrund durch kulturelle Aktivitäten in der offenen Jugendarbeit

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund begegnen jugendlichen Künstlern aus zwei Barrios in Bolivien und Uruguay. Sie lernen dabei, zunächst gemeinsam mit diesen, dann in weiterführenden themenbezogenen Theater-, Musik- und Tanz-produktionen und Workshops zentrale Themen ihres Alltags aufzugreifen (z.B. Integrationsprobleme, Gewalt, schulische, soziale, wirtschaftliche, berufliche Probleme, Auseinanderset-zung mit der eigenen Geschlechterrolle, mit Vorstellungen von Mann und Frau) und neue Lösungsansätzen dafür zu entwickeln.

Sie präsentieren diese – und sich selbst – in künstlerischer Vermittlungsform einem interessierten Publikum und werden dabei von den Gleichaltrigen als „Künstler/innen“ auf der Bühne und/oder „Vermittler/innen“ in den Workshops wahrgenommen (Erfahrung der Wertschätzung hinsichtlich ihrer neu entwickelten dargebotenen musisch-künstlerischen Fähigkeiten und interkulturellen Kompetenz).

Die Angebote werden von deutschen Künstlern pädagogisch geleitet und begleitet, die ebenfalls einen Migrationshintergrund haben und speziell die daraus resultierenden Fragestellungen aufgreifen. Die Konzepte, Erfahrungen und Wirkungen/Ergebnisse des Projekts werden von dem Institut equalita evaluiert (Befragungen, begleitende Evaluierung) und gemeinsam mit den Part-ner/innen des Jugendzentrums ausgewertet und überarbeitet.

Es werden konzeptionelle Grundlagen für musisch-künstlerische Ansätze mit interkultureller Orientierung in der offenen Kinder- und Jugendarbeit für Kinder und Jugendliche mit Migra-tionshintergrund erarbeitet (Praxishandreichung), die auch geeignet sind für Kooperationsprojekte mit Schule (gebundene Ganztagshauptschule, offene Ganztagsschule im Primarbereich). Dabei kann im Projekt an gewachsene Kooperationen mit benachbarten Haupt- und Realschulen angeknüpft werden. Prozessverlauf und Ergebnisse werden in Form der erwähnten Praxishandreichung dokumentiert und als Publikation sowie über die Websites der beteiligten Träger veröffentlicht.

Hintergründe des Projekts

Die Mädchen und Jungen aus El Alto/Bolivien und Montevideo/Uruguay haben in den dortigen Basis- und Stadtteilkulturzentren unter der Anleitung von Sozialarbeitern und Pädagogen gelernt, durch Musik, Tanz und Theater ihren Alltag und ihre Lebenssituation zum Ausdruck zu bringen, Auswege aus ihrem sozialen Elend und der Gewalt zu suchen und Perspektiven für Veränderungen zu entwickeln. Dadurch können sie wertvolle Impulse für die Arbeit in Jugendhilfe und Schule mit hier lebenden Jugendlichen geben: Sie sind mit ihren kulturellen Präsentationen und ihren sozialen Hintergründen ernst zunehmende Ansprechpartner für die hier lebenden Kinder und Jugendlichen und motivieren diese zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit den Problemen ihres Alltags. Sie können in den hiesigen Jugend- und Bürgerzentren Vorbild für ähnliche kulturbezogene Aktivitäten werden, die es über didaktisch-methodische Unterstützung und gezielte Angebote nachhaltig gefördert und dauerhaft umgesetzt werden sollen.

Das Jugendzentrum Sülz (JUZI) – anerkannter Träger der freien Jugendhilfe – hat seit vielen Jahren einen Schwerpunkt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, einerseits im Rahmen der offenen Angebote, andererseits in Kooperationsprojekten mit Haupt- und Realschulen aus dem Stadtteil.

Die Besucher kommen aus Sülz und Teilen der Innenstadt. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie deutscher Jugendlichen aus sozial problematischen Verhältnissen ist in diesem Teil von Sülz sehr hoch. Durch den Auftritte und den Workshop der kolumbianischen Gruppe Viviendo y Sonando im Rahmen der KinderKulturKarawane 2005 hat sich gezeigt, wie musikalische und künstlerische Herausforderungen die soziale Integration und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen fördern. Daher möchte das Jugendzentrum Sülz im Rahmen dieses Modellprojekts diesen Ansatz für hiesige Jugendliche mit Migrationshintergrund umsetzen und erproben.

Träger und Finanzierung

Träger des Projekts sind das JUZI (Jugend- und Kulturzentrumsinitiative e.V.) in Köln und das Institut equalita. Der Modellversuch und die Handreichung werden gefördert vom Landschaftsverband Rheinland und dem Bezirksamt Lindenthal der Stadt Köln.

Dokumentation und Handreichung

Mittlerweile liegt die Dokumentation des Projekts vor. Sie enthält auch eine Handreichung, die anderen Einrichtung aus den Erfahrungen in diesem Projekt Praxis-Empfehlungen für ähnliche Vorhaben anbietet. Die Dokumentation und Handreichung können Sie über das Institut equalita beziehen und finden Sie auf der Projekt-Website www.heffalump.de/juzi.

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