Institut equalita e.V.


Culpeer4Change

Das Institut equalita hat im Februar 2019 das Projekt Culpeer4Change gestartet. Das Ziel ist die Implementierung von Cultural Peer-Learning Concepts (CLPC) in der formalen und informellen Bildung, um das Bewusstsein und das kritische Verständnis junger Menschen für die vernetzte Welt und die globalisierte Gesellschaft zu fördern. Kulturelle Aktivitäten wie Theater, Musik, Tanz, Zirkus finden zwischen Peer-Gruppen (Gleichaltrige lernen von Gleichaltrigen) als innovative Ansätze für globales Lernen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen statt.

Kulturelle Peer-Learning-Konzepte werden als pädagogische Methoden immer wichtiger. Das Projekt zielt darauf ab, durch CLPC zu drei Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals = SDGs) der 2030-Agenda beizutragen. Ihre Verwirklichung ist nicht nur eine Herausforderung für die Regierungen, sondern vor allem für die lokalen Behörden und für die Zivilgesellschaft. Sie beinhalten einen Perspektivenwechsel in der Bildung zu Globalem Lernen: Die SDGs sind auch für Europa verpflichtend. Damit sind alle Länder zu „Entwicklungsländern“ geworden. Darüber hinaus ist Europa aufgrund globaler Abhängigkeiten, Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten durch eine große Anzahl von Flüchtlingen herausgefordert.

Diese Herausforderungen erfordern neue innovative Ansätze in der Entwicklungspädagogik. Das kulturelle Peer-Learning-Konzept (CPLC) eignet sich gut für die Thematisierung der SDGs in der formalen und nicht formalen Bildung. CPLC wurde in fünf europäischen Ländern durch das EU-Projekt „Stärkung der kulturellen Zusammenarbeit“ (2012-14) entwickelt und erfolgreich getestet. Culpeer4Change beabsichtigt, dieses innovative Konzept in Lehrplänen und Praxis zum Globalen Lernen in Schulen und an Orten informalen Lernens in allen Partnerländern umzusetzen.

Der offizielle Titel des Projekts lautet „Kulturelles Peer-Lernen für Entwicklungsbezogene Bildung - Jugend für SDGs zu Klimawandel, Kinderrechten und Migration mit Fokus auf Flüchtlingsfragen“. Es läuft bis Januar 2022 und wird vom Europaid-Programm der Europäischen Union mitfinanziert.

Ziele des Projekts

Das Projekt soll die Öffentlichkeit für die Entwicklungspolitik sensibilisieren und die Entwicklungsbildung durch CPLC fördern. Das Ziel ist die Umsetzung der CPLC-Aktivitäten in formaler und informeller Bildung, wobei drei SDG-Themen behandelt werden:


Das Projekt beabsichtigt, lokale und politische Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, CPLC als innovative Methode in der formalen und informellen Bildung einzuführen und Jugendliche für SDG-Themen zu engagieren. Es soll konkretes Handeln gefördert werden, damit Jugendliche als „Global Citizens“ Verantwortung auf lokaler und globaler Ebene übernehmen können

Aktivitäten

Durch kulturelle Aufführungen und Workshops werden 12 Jugendgruppen des Globalen Südens ihre Sicht auf SDGs vorstellen. In jedem Partnerland bleibt mindestens eine Gruppe pro Jahr mindestens eine Woche. Dies wird dazu beitragen, das Bewusstsein für SDGs Klimawandel, Kinderrechte, Migration und Flucht in der Öffentlichkeit zu schärfen und dies in die Entwicklungsbildung in Schulen und Orten außerhalb der formalen Bildung zu integrieren.

Kulturelles Peer-Lernen für Entwicklungsbezogene Bildung wird auf 7 öffentlichen Konferenzen in 6 EU-Ländern und Tansania präsentiert; mit einem Highlight 2019 in der Europäischen Kulturhauptstadt Plovdiv. Diese tragen dazu bei, die Akzeptanz von EU-Politikern und der Öffentlichkeit für das Konzept zu erreichen und im Globalen Lernen zu etablieren.

Eine Internetplattform zum Globalen Lernen bietet E-Learning-Kurse, Blogs, einen Online-Quiz, Videos, Audios, Chatrooms, Bibliotheken und andere frei verfügbare Bildungsangebote (Open Educational Ressources = OER) zu den SDG-Themen Klimawandel, Kinderrechten, Migration und Flucht in 6 Sprachen für den Einsatz in Schulen und in der informellen Bildung an.

Innovative Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit wie 6 thematische Wandgemälde zu den SDGs an zentralen öffentlichen Orten und 360 öffentliche Kulturveranstaltungen in allen Partnerstädten werden globale Jugendbildung, politische Konzepte und Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Bezug auf die SDGs Klimawandel, Kinderrechte, Migration und Flucht mit Fokus auf Flüchtlingsfragen verbinden

Zielgruppen

Partner

Die Stadt Köln ist Koordinator des Projekts. Die deutschen Partner - Institut Equalita und das Büro für Kultur- und Medienprojekte – organisieren und bereiten die Besuche der Kulturgruppen aus dem Süden vor, die Materialproduktion, die Online-Plattform und die Aktivitäten in Deutschland vor. 15 Partner aus Österreich, Bulgarien, Dänemark, Italien, Österreich, Polen und Slowenien werden die Aktionen in ihren Ländern durchführen.

Zwei Partner aus Tansania und Bolivien werden die Aktivitäten auf ihren Kontinenten koordinieren und zur Aufbereitung und Diskussion der SDG-Themen beitragen. Weitere wichtige aktiv Beteiligte sind die 12 Jugendkulturgruppen und soziokulturellen Projekte aus dem Globalen Südens, die die kulturellen Präsentationen und Workshops durchführen und von Beginn an in die Konzeption, Umsetzung und Bewertung der Aktivitäten involviert sind.

Wichtige Stakeholder sind Bildungseinrichtungen wie Schulen, Jugendvereine und -zentren, Lehrer- und Elternverbände, lokale NROs des Bildungssektors u.a.